Das Programmkino im Prenzlauer Berg
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Soundwatch – Berlin Music Film Festival

8.–25. November
mit vielen Gästen

Das Auge hört mit! – Unter diesem Motto präsentiert das neue Filmfestival Soundwatch über knapp drei Wochen neue oder selten in Berlin gesehene Dokus und Serien mit Musik als zen­tralem Thema. Das Programm umfasst wenig bekannte Geschichten über Stars wie Laibach und The Clash, aber auch allerlei Neu- und Wiederentdeckungen, kritische Blicke auf den Main­stream und die Würdigung von Under­ground-Szenen.
Schauplätze sind gleichermaßen Musikbiz-Metropolen London, Los Angeles und Berlin sowie Orte der vermeintlichen »Pop-Peripherie« wie Rostock, Riga, Prag, Tuva oder auch die Vorort-Region um New York City.

Filme sehen – und hören – auf der großen Leinwand.
Mit deren Macher*innen, die auf Eure Fragen und Re­aktionen gespannt sind!

Aktuelle Informationen auf der Facebook-Seite von Soundwatch.


Eröffnungsfilm / Berlin-Premiere:

Liberation Day (engl. OV)

SI/NO/LV 2016, 100 min, R/D: Morten Traavik, Ugis Olte

Der Film begleitet die slowenische Industrialband Laibach auf Tournee in Nordkorea, wo zuvor nie eine Rockband aufgetreten war. Traavik, gleichzeitig auch Initiator der Konzerte, Bandmitglieder und Team kämpfen mit unzuverlässiger Technik, kurzfristige Zensur und kulturellen Unterschieden; es bleibt bis zum Ende spannend, ob und wie das Spektakel über die Bühne gehen wird. »Liberation Day« ist ein dokumentarisches Musical und gleichzeitig eine popkulturelle Interven­tion.

Laibach on tour in North Korea – the first ever rock band to perform there.

Mi 08.11. 19:00 Uhr

Vorstellung im silent green Kulturquartier
Q&A per Skype mit Co-Regisseur Morten Traavik


We Are Twisted F***ing Sister (OmU)

D 2014, 134 min, R/D: Andrew Horn

Andrew Horn (»The Nomi Song«) schildert den langwierigen, aber unaufhaltsamen Aufstieg der Heavy-Metal-Band Twisted Sister.

Damals (noch) ohne Plattenvertrag und Radio­-Airplay, baute Twisted Sister eine riesige und treue Fanbase auf, die jede Woche zu Tausenden in die Konzerte der Band strömte. Und das bereits in den 70ern, ohne Internet. Mit spannendem Archivmaterial und gut aufgelegten Interviewpartnern bietet der Film meisterhaftes Storytelling, das selbst Metal-Resistente packen wird.

The rise of iconic US metal band Twisted Sister, a surefire live attraction that was ignored by record labels and radio… at least at first.

Do 09.11. 19:30 Uhr

Q&A mit Regisseur / with director Andrew Horn


Deutschland-Premiere

Parallel Planes (OmU)

D 2017, 100 min, R/D: Nicole Wegner

Essay, Roadmovie und audiovisuelles Mixtape in einem, ist »Parallel Planes« eine Hommage an die vielfältigen DIY-Musikszenen in den USA.

Mit Michael Gira (Swans, Young God Records), Ian MacKaye (Minor Threat, Fugazi), Valentine Falcon (Get Hustle), Jamie Stewart (Xiu Xiu), Jenny Hoyston (Erase Errata), Alap Momin (Dälek), Greg Saunier (Deerhoof) u. v. a.

Essay, road movie, audiovisual mixtape celebrating DIY music scenes in the USA.

Fr 10.11. 20:00 Uhr

Q&A mit Regisseurin / with director Nicole Wegner


Berlin-Premiere:

Rumble: The Indians Who Rocked the World (OmU)

CDN 2017, 103 min, R/D: C. Bainbridge, A. Maiorana

Der verzerrte Gitarrensound von Link Wrays Rockklassiker »Rumble« (1958) ist weltbekannt und bis heute stilbildend. Weniger bekannt ist: Wie auch die Musiklegenden Robbie Robertson, Jimi Hendrix oder Randy Castillo stammte Wray von nordamerikanischen Ureinwohnern ab. Zum ersten Mal zeigt ein Dokumentarfilm, wie Künstler mit indi­genen Wurzeln Rock, Blues, Folk, Jazz und Pop entscheidend geprägt haben.

Documentary uncovering the little known Native American heritage of music legends such as Link Wray, Robbie Robertson and Jimi Hendrix and its significant influence on rock, blues, folk and jazz.

Sa 11.11. 20:00 Uhr
So 12.11. 22:30 Uhr
Sa 25.11. 22:15 Uhr

Film Lecture:

Big Data & Pop (engl. OV)

GB 2017, 63 min, R/D: Tom Hewitson; Author/Presenter: Prof. Armand Leroi

Kann man durch die Analyse von Big Data eine narrensichere Erfolgsformel für einen Pophit entwickeln? Der Evolutionsbiologe Prof. Armand Leroi vom Imperial College quantifiziert britische Charthits der letzten 55 Jahre nach Variablen wie »Dynamik« und »Rhythmik«, um mögliche Erfolgsfaktoren zu destillieren.

Der Erfolgsproduzent Trevor Horn (Frankie Goes to Hollywood, Seal) soll dann Lerois Theorien in die Praxis umsetzen und mit einer Nachwuchs-Soulsängerin einen Gassenhauer produzieren…

Can the success of a chart hit be reduced to “big data” ? Or will the human factor always play a role?

Sa 11.11. 22:00 Uhr

Q&A per Skype mit Prof. Armand Leroi


Special Screening:

Dyngyldai (OmU)

D 1997, 45 min, R/D: Gerd Conradt, Daniela Schulz

Anlässlich des Auftritts des als Kehlkopfsänger bekannt gewordenen Rockmusikers Albert Kuvezin und seiner Band Yat-Kha am 18.11.2017 im Berliner Kesselhaus zeigen wir dieses Porträt, das 1997 die Band außerhalb Tuvas bekannter gemacht hat. Der Film ist Rockumentary and Roadmovie im Musikclip-Stil.

+ Vorfilm/Short: »Mundton« (D 2006, 25 min, R/D: Grit Bümann, Peter Bräunig, Eva-Luise Volkmann)

“Dyngylday” is a documentary portrait of legendary Tuva throat-singer Albert Kuvezin and his band Yat-Kha.

So 12.11. 18:30 Uhr

mit Live-Maultrommel-Performance / Live Mouth Harp Performance


Deutschland-Premiere:

People Just Do Nothing (engl. OV)

GB 2017, 120 min, R/D: Jack Clough, Idea/Stars: Allan Mustafa, Steve Stamp, Hugo Chegwin, Asim Chaudhry

Erste Staffel der Mockumentary-Sitcom über UK Garage DJs im West-Londoner Stadtteil Brentford, die mit ihrem Piratenradiosender »Kurupt FM« ganz groß herauskommen wollen.

First season of the web phenomenon turned BBC Three mockumentary-sitcom following the wacky adventures UK Garage DJs and their pirate radio station Kurupt FM.

So 12.11. 20:30 Uhr

Deutschland-Premiere:

Era of Dance (OmeU)

LV/RU 2017, 76 min, R/D: Viktor Buda

Wer Westbam sagt, muß auch Eastbam sagen. So hat sich der lettische Musiker Roberts Gobzinš genannt, einer der Schlüsselfiguren der Club-Szene in Riga Ende der 80er Jahre. Bisher unveröffentlichte Archiv-Aufnahmen und aktuelle Interviews mit Westbam, Techno-Pionier Derrick May, russischen Musikjournalisten Artemy Troitsky und dem deutsch-lettische Medienkünstler Indulis Bilzans erzählen, wie der Eiserne Vorhang bei Beschallung mit 120 BPM aus beiden Richtungen zersetzt wurde.

Documentary featuring Westbam about the little known Riga-Berlin rave connection during the last years of the Soviet Union.

Mo 13.11. 19:00 Uhr
Sa 25.11. 18:30 Uhr

Sex and Broadcasting – A Film about WFMU (engl. OV)

USA 2014, 78 min, R/D: Tim K. Smith

Das freie Radio WFMU in New Jersey ist eine einzigartige Plattform für abwegige, unangepasste und visionäre Musik aus aller Welt und allen Epochen. Weltweit auch im Internet empfangbar, ist WFMU ein Portal zu neuen Klängen. Der Film zeigt den Kampf der Betreiber*innen, das Radio in einer sich verändernden Medienlandschaft zu erhalten und läßt Zeitgenossen wie Simpsons-Erfinder Matt Groe­ning und Adam Horowitz von den Beastie Boys zu Wort kommen.

Legendary freeform radio station WFMU in New Jersey is a gateway to new and unusual sounds from around the world and all eras of recorded music.

Mo 13.11. 20:30 Uhr

Panel über freie Radios mit / followed by panel about free radios, with Pit Schultz (reboot.fm), Henning Lahmann (Berlin Community Radio), Lucia Udvardyová (Easterndaze); Host: Barbara Mürdter (Popcontext)


The Rise and Fall of The Clash (engl. OV)

GB 2012, 90 min, R/D: Danny Garcia

Die seltene gezeigte Doku schildert den hoffnungsvollen Aufstieg der »only band that matters« und den Fall. Aber nach dem »offiziellen« Ende mit dem Rauswurf von Mick Jones 1983 machte The Clash noch zwei Jahre weiter, mit gecasteten Jungmusikern, die neben Gründungsmitgliedern Joe Strummer und Paul Simonon sowie Manager Bernie Rhodes die Punk-Flagge hochhalten wollten, letztlich aber an Ego und Realitätsverlust scheiterten.

The final chapter in the Clash’s history most prefer to forget – a cau­tio­nary tale about the pitfalls of ego and necessity of reality check.

Di 14.11. 20:00 Uhr

Q&A mit Regisseur / Q&A with director Danny Garcia

Mi 15.11. 22:00 Uhr

Berlin-Preview

Queercore: How to Punk a Revolution (OmU)

D 2017, 100 min, R/D: Yony Leyser

Künstler*innen und Filmschaffende wie Bruce LaBruce und G.B. Jones prägten in den 80ern den Begriff Queercore und reagierten damit auf ihre zunehmende Unzufriedenheit mit der Kommerzialisierung und Homophobie in der Punkszene sowie Reduktion der Queerszene auf Crossdressing und Gender-Ben­ding. Leyser zeigt unveröffentlichtes Archivmaterial und Interviews mit Künstlern wie Beth Ditto, John Waters, Kim Gordon und Peaches.

Queercore emerged in the 1980s, first as a provocative term, then developing into a bonafide DIY cultural movement.

Do 16.11. 19:30 Uhr

Q&A mit Walter Crasshole (film researcher, interviewer) und Constanza Godoy (assistant director); in cooperation with Exberliner


Underground Uncovered:
Plastic People of the Universe
& 70s/80s Alternative Culture

2017 jährt sich zum 40. Mal die Unterzeichnung der Charta 77, Initialakt einer Bürgerrechtsbewegung um Aktivisten wie Václav Havel. Auslöser war die Verhaftung von Mitgliedern der Underground-Rockbands Plastic People of the Universe und DG 307 sowie befreundeter Musiker.

Wir zeigen ein Programm mit bisher wenig außerhalb des Ursprungslandes aufgeführten Filmdokumenten, darunter kürzlich wiederentdeckten und restaurierten Super-8-Filmen des Fotografen Jan Ságl, mit Konzertaufnahmen und Aktionen mit der Land-Art-Künstlerin Zorka Ságlová.

Film program with recently rediscovered and digitally restored Super 8 films by Jan Ságl and other works featuring Plastic People of the Universe and 80s underground musicians and filmmakers.

Sa 18.11. 18:30 Uhr

Einführung & Kommentar / Introduction & Commentary: Martin Blazicek (Center for Audiovisual Studies FAMU, Prag)


Installation: Jan Ságl – Scenes from the Underground. Films 1971–74
im Pavillon am Milchhof

Sa 18.11. 17:00 Uhr

Vernissage im Pavillon am Milchhof

So 19.11. 11:00–18:00 Uhr
Mo 20.11. 11:00–18:00 Uhr

Wo Worte nicht hinreichen
Roots, Folk und Weltmusik in Rudolstadt
(OmU)

D 2016, 91 min, R/D: Josephine Links

Das Rudolstadt-Festival hat sich nach der Wende zum größten Weltmusik-Event in Deutschland entwickelt. Die einmalige Atmosphäre des Festivals zwischen Tanz- und Familienfest hat Regisseurin Josephine Links festgehalten. Erzählt wird der Film aus der Perspektive von einigen Musikern – die auch in ihrer Heimat besucht werden-, Besuchern und den Festivalmachern.

Josephine Links portrays the Rudolstadt festival, Germany’s largest world music event, and selected musicians who have performed there.

So 19.11. 20:30 Uhr

Diskussion mit/discussion with Josephine Links, Michael Freerix (Filmemacher, Journalist)


Tales – Episode 1: F**k tha Police (engl. OV)

USA 2017, 60 min, R/D: Irving »Gotti« Lorenzo

Der Hiphop-Produzent und Labelchef Irv »Gotti« Lorenzo entwickelte für das Black Entertainment Network (BET) die Fernsehreihe »Tales«, die Hiphop-Lyrics zu spannenden Crimestories weiterspinnt. Die er­ste Folge, »F**k tha Police«, nach dem gleichnamigen Song von N.W.A., setzt sich mit heute stattfindender Polizeibrutalität in den USA auseinander, mit einem außergewöhnlichen Plot…

“Tales” is an original series developed for BET by hip hop producer and label head Irv “Gotti” Lorenzo. Each episode is a story based upon iconic rap lyrics.

Mo 20.11. 22:30 Uhr

Wildes Herz (deutsche OV)

D 2017, 90 min, R/D: Charly Hübner

Das Regiedebüt von Charly Hübner (Polizeiruf 110, Eltern) widmet sich dem Sänger Jan »Monchi« Gorkow, der sich als Mitglied der aus Rostock stammenden Punk-Band Feine Sahne Fischfilet zusammen mit den anderen Musikern der Gruppe immer wieder gegen Antisemitismus, Rassismus und Homophobie stark macht. Vom Verfassungsschutz Meck­len­burg-Vorpom­mern wird er hingegen als Linksex­tremist und Staatsfeind eingestuft.

Portrait of German antifa punk band Feine Sahne Fischilet who are under secret service observation due to “extreme leftist activities.”

Di 21.11. 20:30 Uhr

Diskussion mit Axel Bussmer (Bürgerrechtsexperte, Humanistische Union Berlin-Brandenburg)


Placebo: Alt.Russia (engl. OV)

GB 2016, 71 min, R/D: Charlie Targett-Adams

Nach fast zwei Jahrzehnten Bandgeschichte gehen die britische Indie-Rocker Placebo 2014 auf Russland-Tournee und treten dort in zehn Städten auf. Die Band begegnet russischen Künstler*innen, Musiker*innen, Architekt*innen und Animationsfilmer*innen – Kulturschaffende in einem Land, in dem künstlerische Freiheit nicht selbstverständlich ist.

Placebo tours Russia and encounters musicians and artists of the alternative cultural scene.

Di 21.11. 22:30 Uhr

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