Das Programmkino im Prenzlauer Berg.

Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

Termine + Tickets

Filmreihe

Dokumente des Alltags – Filme über das Ostdeutschland der 1990er Jahre

Werkschau Detlef Gumm & Hans-Georg Ullrich

Das Fremde

Samstag, 12. September, 19:30 Uhr

zu Gast: Protagonistin Dr. Gabriela Willbold, Regisseure Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich

D 1994, 86 min, Regie: Detlef Gumm, Hans-Georg Ullrich

Das Fremde (© Känguruh-Film)
© Känguruh-Film

Der vom WDR koproduzierte Dokumentarfilm »Das Fremde« spürt in der besonderen historischen Situation der Transformationszeit nach 1989/90 verschiedenen Erfahrungen der Migration, der Rückkehr und des Fremdseins im eigenen Land nach.

Herr Mujemba, Doktor der Wirtschaft aus Zaire, geht als »Schwarzer zum Anfassen« in brandenburgische Schulen, um bei den Kindern Vorurteile abzubauen.

Die Gebrüder Wentzel restaurieren ihren einstigen Familienbesitz in Teutschenthal bei Halle (Saale), während der junge Graf Solms die Übersiedelung seines Vaters aus Namibia ins Baruther Schloß vorbereitet.

Herr von Maltzan, Chemiker aus Berlin, versucht aus der heruntergekommenen LPG auf dem Land seiner Vorfahren einen neuen Agrarbetrieb zu machen. Ein Makler aus dem Sauerland will Grundstücke aufkaufen, um Ferienwohnungen für westdeutsche Kapitalanleger*innen zu errichten.

In Greifswald bildet eine Hamburger Lehrerin mit türkischer Migrationsgeschichte arbeitslose Ingenieure aus und an der deutsch-polnischen Grenze beziehen Bundesgrenzschutzbeamte provisorische Blockhaussiedlungen.

Jugendliche im Zonenrandgebiet beklagen die Zustände, wollen aber von Zuhause nicht weggehen.

Als roter Faden, der sich durch den Film zieht, erzählt die in Cottbus geborene Ärztin Gabriela Willbold, Tochter eines afrikanischen Vaters und einer deutschen Mutter, von ihrem Leben mit anderer Hautfarbe in der DDR und nach Ende der Teilung Deutschlands.

Sa
12.09.
19:30
zu Gast: Protagonistin Dr. Gabriela Willbold, Regisseure Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich
Tickets

Dokumente des Alltags – Filme über das Ostdeutschland der 1990er Jahre

Werkschau Detlef Gumm & Hans-Georg Ullrich

initiiert von Florian Wüst

12., 13. und 19. September

mit Gästen

Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich
© Ingeborg Ullrich
Hans-Georg Ullrich und Detlef Gumm

Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich begegnen ihren Protagonist*innen auf Augenhöhe und mit großer Sensibilität. Ihre Filme sind von einer behutsamen Erzählweise, einem sparsamen, unaufgeregten Off-Kommentar, aufmerksamen Zuhören und präziser Beobachtung geprägt.

Ihre bekannteste Arbeit ist ihre legendäre Langzeitbeobachtung »Berlin – Ecke Bundesplatz«, ein einmaliges Projekt in der deutschen Fernsehgeschichte. Von 1986 bis 2012 porträtierten sie – nach dem Vorbild von Agnès Vardas »Daguerreotypen – Leute aus meiner Straße« (F 1975) – Menschen aus ihrer Nachbarschaft in Berlin-Wilmersdorf und begleiteten sie durch ihren Alltag.

Detlef Gumm wurde 1947 in Ludwigshafen geboren und studierte in West-Berlin Publizistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte.
Hans-Georg Ullrich, geboren 1942 in Magdeburg, absolvierte eine Fachhochschulausbildung als Fotograf und verbrachte eine Assistenzzeit beim US-Fernsehsender CBS. Ab 1965 drehte er als Regisseur und Kameramann Kurzfilme, darunter eine Arbeit für den deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Osaka 1969 sowie preisgekrönte Industriefilme.
Seit 1972 arbeiten Hans-Georg Ullrich und Detlef Gumm zusammen.

In mehr als 40 Jahren im Film– und Fernsehgeschäft sind gut 120 Filme entstanden, in denen Gumm und Ulrich die alte und die neue Bundesrepublik mit ihren vielfach preisgekrönten Filmen nicht nur dokumentiert oder gar vermessen, sondern vor allem den Alltag der Menschen emotional erschlossen haben.

Ihre erste gemeinsame Arbeit ist ein Fünfminüter für das Kinderprogramm der ARD mit dem prägnanten Titel »Wo Scheiße hinfließt«. 1976 gründeten sie die Produktionsfirma Känguruh-Film, um eigene Dokumentarfilme unabhängig produzieren zu können. Ab den 1980er-Jahren produzierten sie auch dokumentarische und fiktionale Filme anderer Regisseure, u.a. »Du mich auch« (1986) von Dani Levy und Helmut Berger und »Mein Krieg« (1989) von Harriet Eder und Thomas Kufus.

Neben zahlreichen Kinderfilmen, die keine Altersgrenze kennen, sowie kürzeren Formaten für das Vorabendprogramm, entstanden ab Ende der 1970er-Jahre auch abendfüllende Regiearbeiten von Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich.

Ihre Regiearbeiten wurden u.a. ausgezeichnet mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem »Goldenen Spatz« beim Kinderfilmfestival in Gera, dem Preis der Film und Fernsehschaffenden der DDR, dem Preis des Festivals in Tomar, Portugal, dem Deutschen Videopreis sowie dem Preis des Zweiten Europäischen Umwelt-Filmfestival Rotterdam, dem Stern des Jahres der AZ-München, mit der Bürgermedaille Charlottenburg-Wilmersdorf und dem Deutschen Fernsehpreis.

Die vier in dieser Werkschau gezeigten Filme gehören zu den wichtigsten eigenständigen Dokumentar-Abeiten des Regie-Duos Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich. Sie entstanden in den Jahren unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung und zeichnen sich durch ihren beobachtenden, menschenzentrierten Dokumentarstil aus.

In Kooperation mit docfilm42 / Docs on Tour.
Gefördert von Medienboard Berlin-Brandenburg.
 

Fr 11.09.

keine Vorstellung

Fr 18.09.

keine Vorstellung

Fr 25.09.

keine Vorstellung
Ausblick:
Oktober