Das Programmkino im Prenzlauer Berg.

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Kurzfilm-Special

Kurzfilm-Programm:

Film als Handschrift

Die dffb wird 60

mit Filmen von Helke Sander, Holger Meins, Enzio Edschmid, Gerd Conradt, Harun Farocki, Wolfgang Petersen, Rüdiger Minow, Balz Raz / Bernd Fiedler, Skip Norman und Irena Vrkljan

Dienstag, 22. September, 20:30 Uhr

in Anwesenheit des Filmemachers Gerd Conradt

Dreharbeiten zum Film »Santa Lucia« von Gerd Conradt
Dreharbeiten zum Film »Santa Lucia« von Gerd Conradt.
Im Bild (von links nach rechts) oben: unbekannt, Enzio Edschmid, Lena Conradt, Holger Meins; unten: Rüdiger Minow, Skip Norman.

Gerd Conradt zeigt Kurzfilme, die im 1. Studienjahr der dffb 1966/67 entstanden sind. Was zeigen diese Filme? Können sie wie Handschriften gelesen werden? Ging es damals so wie heute um Liebe, Fantasie und Wirklichkeit? Um Selbstfindung? Oder sind es spielerische Etüden, in denen die filmtechnischen Möglichkeiten erprobt wurden? Wir wirkt ein Objektiv, wie lässt sich durch den Schnitt ein Rhythmus erzeugen? Welche Bedeutung haben das Licht, der Ton bei der Gestaltung von Filmen? Waren wir alle Schattenspieler, Scharlatane – oder Ideologen mit Sendungsbewusstsein? Kommt und seht, was damals entstanden ist. Raritäten sind es mit Sicherheit.

Gezeigt werden Filme von Helke Sander, Holger Meins, Enzio Edschmid, Gerd Conradt, Harun Farocki, Wolfgang Petersen, Rüdiger Minow, Skip Norman, Daniel Schmid u.a.

dffb – das 1. Jahr

Unter großer Anteilnahme der Medien eröffnete im Herbst 1966 die erste (West)Deutsche Film- und Fernsehakademie in Berlin ihre Tore. Ein »Bauhaus des Films« sollte es nach den Vorstellungen ihres künstlerischen Direktors Erwin Leiser werden, ein »Treffpunkt der Filmkünstler aus aller Welt«. Ist der Wunsch aus Willy Brandts Eröffnungsrede nach »neuen Impulsen für den deutschen Film« in Erfüllung gegangen? Von 850 Bewerber:innen waren 35 Studierende eingeladen worden, »neue künstlerische Möglichkeiten für den Film zu erproben«.

Auf allen Ebenen wurde improvisiert, niemand hatte Erfahrung damit, wie der Lehrbetrieb für eine zeitgemäße Filmausbildung aussehen sollte. Die Basisstruktur der Lehre bildeten fünf Regieklassen und es gab fachbezogene Kurse: Kamera, Ton, Schnitt, Licht, Filmgeschichte… Ziel der Ausbildung war es, dass jeder Studierende am Ende des ersten Studienjahres einen eigenen Kurzfilm fertiggestellt haben sollte. Für alle eine Chance, jetzt endlich das machen zu können, von dem jeder geträumt hatte – einen eigenen Film.

Am Ende des ersten Studienjahres kam es zum Konflikt: Die Direktion erklärte die Erstjahresfilme zu Prüfungsfilmen, um zu entscheiden, wer sich für die Fortsetzung des Studiums qualifiziert hätte und wer nicht.

Sechs wurden ausgeschlossen, dagegen protestierte die Mehrheit der Studierenden und forderte eine öffentliche Diskussion über die Kriterien, die zu diesen Entscheidungen geführt hatten. Dazu war die Direktion jedoch nicht bereit. Aufgrund der heftigen Proteste der Studierenden, über die in den Medien ausführlich berichtet wurde, musste die Direktion nachgeben. Die Disqualifizierten durften weiterstudieren.

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Ausblick:
Oktober