Das Programmkino im Prenzlauer Berg.

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albraum +
Asche aus dem Sommerhimmel

Sonntag, 11. Oktober, 18:00 Uhr

in Anwesenheit der Filmemacherin Maja Hohenberg sowie der Übersetzerin Yu Kajikawa; Moderation: Prof. Manfred Mohr

Docupoetrymovie

Maja Hohenberg:

albraum

D 2026, 24 min, Regie, Kamera und Sounddesign: Maja Hohenberg, Archivmaterial (Video): © Wismut GmbH

albraum

In »albraum« sucht Maja Hohenberg nach Spuren ihres Urgroßvaters, der in den 1950er-Jahren bei dem Bergbauunternehmen Wismut AG/SDAG (Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft) im Erzgebirge arbeitete. Es geht um die Verwebung persönlicher Familiengeschichte und der Geschichte des Uranerzbergbaus in der ehemaligen DDR.

In der Nachkriegszeit war das Erzgebirge in Ostdeutschland das viertgrößte Uranabbaugebiet weltweit.

Die SDAG Wismut war für die Sowjetunion der wichtigste Betrieb im Ausland. Ohne das dort geförderte Uranerz wäre das Wettrüsten des Kalten Krieges in der stattgefundenen Form nicht möglich gewesen.
Der rücksichtslose Bergbau in den Anfangsjahren der Wismut hatte seinen Preis: Viele der Arbeiter*innen erkrankten tödlich wegen der hohen Strahlenbelastung. Die Umwelt wurde zerstört. Die Folgen sind bis heute spürbar.

Der Film ist der Versuch einer Bergung dessen, was unausgesprochen bleibt, über Jahre hinweg schwelt und sonst keine Sprache findet.


Maja Hohenberg
Maja Hohenberg

Maja Hohenberg, geboren 2001 in Berlin, studierte Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim und nun Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie gewann den Vechtaer Jugendliteraturpreis, erhielt das Stipendium der Studienstiftung und zeigte ihre Arbeiten unter anderem im Rahmen der Eröffnung der Frankfurter Lyriktage 2025 und dem Uranium Filmfestival in Rio de Janeiro 2026.

Dokumentarfilm

Asche aus dem Sommerhimmel – Wer sind »Hibaku-Erfahrene«?

Originaltitel: Natsuzora no Hai 夏空の灰, Japan 2023, 48 min, Regie: Keiko Furukawa, Produktion: NBC (Nagasaki Broadcasting Co.,Ltd.)

Asche aus dem Sommerhimmel

In Nagasaki gibt es Menschen, die »Hibaku-Erfahrene« genannt werden. Es handelt sich hierbei um Personen, bei denen keine Auswirkungen der Strahlung der Atombombe offiziell anerkannt werden, stattdessen nur psychische Erkrankungen, die auf das traumatische Erlebnis der Atombombenexplosion zurückzuführen seien. Entsprechend übernimmt der Staat für diese »Hibaku-Erfahrenen« lediglich die Kosten für die Behandlung psychischer Erkrankungen. Das Gebiet, das in Nagasaki als »Hibaku«-Gebiet (verstrahltes Gebiet) vom Staat anerkannt wird, ist eine elliptische Form mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 12 Kilometern und einer Ost-West-Ausdehnung von sieben Kilometern.

Die Abgrenzung erfolgte anhand der damaligen Verwaltungsgrenzen, wobei der Staat ursprünglich den Umkreis von maximal fünf Kilometern um das Explosionszentrum offiziell als »betroffenes Gebiet« anerkannt hatte. Da die Forderung groß war, den Radius zumindest auf 12 Kilometer zu korrigieren, wurde die neue Kategorie »Gebiet der Hibaku-Erfahrenen« (nicht ausgewiesene Gebiete innerhalb eines Radius von 12 Kilometern) geschaffen.

Die Überlebenden von den sogenannten »Hibaku-Erfahrenen« berichten jedoch, dass sie, genauso wie diejenigen, die als »Hibakusha« anerkannt sind, von klebrigem, schwarzem Regen und großen Mengen Asche getroffen wurden und unter Symptomen wie Nasenbluten, Haarausfall und Durchfall litten. Sie erzählen, dass sie sich von mit Asche verunreinigtem Wasser, Gemüse und Reis ernährten und dass ihre Familienangehörigen und Nachbarn nacheinander an Krebs starben.
Wäre es nicht folgerichtig, sie ebenfalls als »Hibakusha« anzuerkennen? Es ist klar anzunehmen, dass auch sie damals strahlende Partikel in ihren Körper aufgenommen haben und dadurch einer inneren Strahlenbelastung ausgesetzt waren.

Das Oberlandesgericht Hiroshima fällte im Jahr 2021 ein Urteil, in dem es Menschen, die in nicht als Hibaku-Gebiet ausgewiesenen Gebieten dem »schwarzen Regen« ausgesetzt waren, als Hibakusha anerkannte, da »Gesundheitsschäden durch innere Strahlenbelastung nicht ausgeschlossen werden können«. Rund 4.000 Menschen, darunter auch solche, die bis zu 40 Kilometer vom Explosionszentrum entfernt lebten, wurden nun neu als Hibakusha anerkannt. Warum gibt es diese Ungleichheit, dass in Hiroshima bereits bei 40 Kilometer eine Anerkennung erfolgt, in Nagasaki jedoch selbst bei acht Kilometer nicht?

Dieser Film begleitet Menschen, die sich weigern, diese Diskriminierung und die Hierarchie unter den Überlebenden der Atombombenabwürfe hinzunehmen, und die trotz ihres fortgeschrittenen Alters und gesundheitlicher Probleme weiterhin gegen den Staat kämpfen, um als Hibakusha anerkannt zu werden und entsprechend legitime Unterstützungen zu erhalten.

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Fr 16.10.

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Fr 23.10.

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