Sardinien ist eine zweigeteilte Insel. Auf der einen Seite befinden sich die Küstenvillen der Superreichen; auf der anderen liegt Europas größtes Testgelände für Bomben, das die Insel auf verheerende Weise belastet.
Mehr als ein Drittel Sardiniens ist für die einheimische Bevölkerung gesperrt. Das Gebiet wird vom italienischen Militär kontrolliert, das die Insel als Testgelände für Kriegswaffen vermietet. »Kleine Inseln sind verschwunden, ausgelöscht durch Raketen, die von Land, aus der Luft und von See aus abgefeuert wurden«, sagt der ehemalige sardische Präsident Mauro Pili.
Sarden, die in der Nähe von Schießplätzen leben, fürchten um ihre Gesundheit; sie erleben einen Anstieg von Krebserkrankungen und die Geburt von Kindern mit Missbildungen. In einem Dorf kam es innerhalb eines Jahres zu dem schockierenden Umstand, dass eines von vier Neugeborenen irgendeine Art von Fehlbildung aufwies. »Meine Schwiegermutter starb an Krebs. Meinem Schwiegervater wurde das Bein amputiert, weil es vom Krebs befallen war. Mein Vater starb. Meine Schwester starb jung an Lungenkrebs«, berichtet der Sarde Giulio Angioni. Auch Nutztiere sind betroffen; sie bringen Junge mit grotesk verformten Gliedmaßen zur Welt.
Trotz der Geheimhaltung des Militärs, das die verheerenden gesundheitlichen Auswirkungen der sardischen Testgelände zu vertuschen versuchte, haben offizielle polizeiliche Ermittlungen nun Licht in die Angelegenheit gebracht. »Der ursächliche Zusammenhang zwischen der Strahlenbelastung durch abgereichertes Uran und den aufgetretenen Krankheiten … wurde gerichtlich bestätigt. Das ist ein Meilenstein«, erklärt Gianpiero Scanu, Leiter eines zweijährigen parlamentarischen Untersuchungsausschusses.
Sardinia is an island split in two. On one side are the coastal villas of the uber-rich; on the other sits Europe’s largest bomb test site, polluting the island to terrible effect.
Over a third of Sardinia is banned from locals. It is controlled by the Italian military, who rent out the island as a testing ground for war. “Little islands have disappeared, erased by missiles shot from the land, the sky and the sea”, says former Sardinian president, Mauro Pili.
Sardinians living beside firing ranges are fearful for their health, witnessing spikes in cancer and children born with deformities. In one village in one year, a shocking one-in-four new babies had some kind of defect. “My mother-in-law died of cancer. They cut my father-in-law’s leg off because it was cancerous. My father died. My sister died young of lung cancer”, says Sardinian citizen Guilio Angioni. Livestock have also been affected, giving birth to young with grotesquely twisted limbs.
Despite the military’s secrecy in covering up the terrible health effects caused by Sardinia’s test sites, formal police investigations have finally shed clarity on the issue. “The causal link between the exposure to depleted uranium and diseases suffered … has been confirmed at a judicial level. This is a milestone”, reflects Gianpiero Scanu, leader of a two-year parliamentary inquiry.