Das Programmkino im Prenzlauer Berg.

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Doku-Fiction

Filmklassiker im Lichtblick-Kino

Rosa von Praunheim:

Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt

nur am Sonntag, 2. Oktober, 21:00 Uhr

BRD 1971, 70 min, Regie: Rosa von Praunheim, mit Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Ernst Kuchling, Dietmar Kracht, Steven Adamczewski u.v.a.

Nicht der Homosexuelle ist pervers

Daniel, ein junger Mann aus der Provinz, kommt nach Berlin und trifft dort zufällig Clemens. Beide erleben die große Liebe. Sie ziehen zusammen und versuchen, die bürgerliche Ehe zu kopieren. Doch nach vier Monaten endet das große Glück. Daniel hat inzwischen einen älteren, reichen Mann kennengelernt und zieht mit ihm in dessen Villa.

Doch bald, bei einem Musikabend, betrügt ihn sein älterer Freund. Für ihn war Daniel nur ein Objekt. Daniel arbeitet jetzt in einem Homosexuellen-Café, kleidet sich nach der neuesten Mode und lernt schnell sich den Idealen der Subkultur anzupassen. Seine Freizeit verbringt er im Strandbad und lässt sich bewundern. Nachts geht er in Homosexuellen-Bars und wird immer abhängiger von dem ständig wechselnden sexuellen Abenteuer. Nach einiger Zeit entdeckt er den exotischen Reiz schwuler Parks und Toiletten. Er erlebt, wie ältere Homosexuelle von Rockern zusammengeschlagen werden. Schließlich landet er in einer Transvestitenkneipe, in der sich zu später Stunde alles trifft, was bis dahin keinen Partner gefunden hat.

Hier trifft er Paul, der ihn in seine schwule Wohngemeinschaft mitnimmt. Die Gruppe diskutiert mit ihm seine Probleme. Sie macht ihm klar, dass er ein oberflächliches Leben führt. Seine Aufgabe als emanzipierter Schwuler ist es sich zu seinem Schwulsein zu bekennen, andere Inhalte zu schaffen als nur Mode und Sex. Man schlägt ihm vor, sich politisch zu organisieren und gemeinsam mit anderen Schwulen über menschliche Formen des Zusammenlebens nachzudenken.

»Ein militant marxistischer Aufruf für ein Ende der Schwulenunterdrückung.«
(Vincent Canbys, New York Times)

Rosa von Praunheim

Rosa von Praunheim gilt als wichtiger Vertreter des postmodernen deutschen Films in den Genres Dokumentar-, Autoren- und Avantgardefilm. Er war vor allem mit seinem Dokumentarfilm von 1971 »Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt« der öffentliche Wegbereiter und einer der Mitbegründer der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland. Sein Werk umfasst zahlreiche Filme, Bücher, Hörspiele und Theaterstücke und wurde vielfach ausgezeichnet. 2015 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Wir zeigen »Nicht der Homosexuelle ist pervers…« parallel zu Rosa von Praunheims neuem Film »Rex Gildo – Der letzte Tanz«.

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März