Das Programmkino im Prenzlauer Berg.

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Termine + Tickets

Filmreihe

Vergangene Zukunft – Zwei Jahrzehnte Annekatrin-Hendel-Filme

Take a Picture – Die Fotografin Sibylle Bergemann
+ Alles anders machen – Das kurze Leben der Ost-taz

Mittwoch, 3. Juni, 19:00 Uhr

Dokumentarfilm

Take a Picture – Die Fotografin Sibylle Bergemann

D 2011, 52 min, Buch/Producer: Maria Wischnewski, Regie: Sabine Michel, Kamera: Uwe Mann, Redaktion: Ann-Christin Hornberger, Produktion: Annekatrin Hendel

Take a Picture – Die Fotografin Sybille Bergemann
© IT WORKS! Medien

Sibylle Bergemann, die im November 2010 im Alter von 69 Jahren verstorben ist, hat mit ihren Arbeiten Fotogeschichte geschrieben und gehört zu den herausragenden deutschen Fotografen, besonders im Bereich der Mode- und Porträtfotografie. Neben ihrer Arbeit als Modefotografin entstehen einzigartige Porträtaufnahmen von Schauspielern und Künstlern und immer wieder Alltagsbeschreibungen von Ostberlin. Dieser heiter melancholische Film begleitet die Fotografin noch kurz vor ihrem Tod zu ihrem letzten Mode-Shooting nach Venedig und bietet dabei seltene Einblicke in die Arbeitsweise dieser zierlichen, scheu wirkenden Künstlerin.
Inhalt: Sibylle Bergemann, die im November 2010 im Alter von 69 Jahren verstorben ist, hat mit ihren Arbeiten Fotogeschichte geschrieben und gehört zu den herausragenden deutschen Fotografen, besonders im Bereich der Mode- und Porträtfotografie.
Auf ihren Bildern werden Menschen nie vorgeführt. Bergemanns Bilder werden im Detail zum Symbol, geben in feinen Nuancen Geschichten wieder. Sie spielen mit der Sehnsucht des Betrachters, stimmen nachdenklich-melancholisch durch die traumhaft – entrückten Augenblicke des Dargestellten. Ihre Vielschichtigkeit verdichtet sich zu dem unverwechselbaren persönlichen Stil der Berliner Künstlerin.
Sibylle Bergemann, Jahrgang 1941, arbeitet Ende der 60er Jahre zunächst als Sekretärin in Ostberlin. Nach der Fotografenausbildung bei Arno Fischer, der Ikone der DDR-Fotografie, mit dem sie bis zum Schluss verheiratet war, hat sie erste Veröffentlichungen im „Sonntag“, in „Das Magazin“ und in der Modezeitschrift „Sibylle“. Neben ihrer Arbeit als Modefotografin entstehen einzigartige Porträtaufnahmen von Schauspielern und Künstlern und immer wieder Alltagsbeschreibungen von Ostberlin. So fotografiert sie zum Beispiel über elf Jahre – von 1975 bis 1986 – die Entstehung des Berliner Marx-Engels-Denkmals. Die Fotos vom fliegenden Friedrich Engels und einem kopflosen Karl Marx gehen um die Welt und werden heute im MOMA in New York ausgestellt. Mit sechs anderen Fotografen gründet Sibylle Bergemann 1990 in Berlin die Fotografenagentur „Ostkreuz“. Für namhafte Zeitschriften reist sie nach der Wende viele Jahre fotografierend um die ganze Welt.
Dieser heiter melancholische Film begleitet die Fotografin nach Venedig und bietet dabei seltene Einblicke in die Arbeitsweise der zierlichen, scheu wirkenden Frau. Es sollen Modefotos in einer alten Weberei entstehen. Ein Jahr vor dem Fall der Berliner Mauer, 1988, durfte Sibylle Bergemann schon einmal in diese Stadt reisen und fotografieren. Sie erinnert sich, gibt Auskunft über ihr Leben und das alles bestimmende Fotografieren in der DDR und später im vereinigten Deutschland. Zurück in Gransee, wo die Künstlerin bis zu ihrem Tod mit ihrem Mann Arno Fischer gelebt hat, erstellt sie mit Ernsthaftigkeit und hintergründigem Humor nicht nur ein persönlich sehr berührendes, sondern auch sehr intensives, einzigartiges Zeitdokument einer unangepassten, sympathisch aufsässigen Künstlerin.

Grimme-Preise für Buch und Regie

Dokumentarfilm

Alles anders machen – Das kurze Leben der Ost-taz

D 2023, 45 min, Regie: Michael Biedowicz, Buch & Produktion: Annekatrin Hendel

Alles anders machen – Das kurze Leben der Ost-taz – Jürgen Kuttner
© IT WORKS! Medien

„Endlich schreiben können…, was Journalismus jetzt bedeutete – das war ein Traum“. Mit der Aufbauhilfe der West-Berliner „tageszeitung“ beginnt in den Räumen des ZK der SED in der Noch-Hauptstadt der DDR ein junges Ost-Team von enthusiastischen Amateuren das umzusetzen, was zuvor in diesem Land unmöglich war. Zwei DDR-Kunstwissenschaftler, Jürgen Kuttner und André Meier, sind die federführenden Journalisten, die das Vertrauen ihrer West-taz- Kollegen bekommen, dieses Projekt umzusetzen. Selbstbestimmt, beherzt und noch sehr analog. Die Macher der eigenständigen Ost-taz geraten jedoch schnell mit ihren Westkollegen aneinander, zu unterschiedlich sind Sozialisation, Selbstverständnis und der Blick auf die Gesellschaft.
Was sich bis heute als Gräben zwischen Ost und West manifestiert, war bereits in den wenigen Monaten der Existenz des taz-Ostablegers erkennbar. Das Schicksal der Zeitung und ihres Teams nimmt seinen Lauf, wenn auch nur einen kurzen. Gründungsmitglied Michael Biedowicz sucht die weißen Flecken des Abenteuers „DDR-taz“. Er trifft seine Ex-Kolleginnen und -kollegen aus West und Ost, erforscht wie sie die dramatische Zeit des Aufbruchs, der Euphorie und eines „allumfassenden“ Streits erlebt haben und stößt dabei auf einige damalige Missverständnisse.
Die knapp drei Monate der Existenz der Zeitung im spannenden Jahr 1990 nehmen vorweg, was den gesamten Wiedervereinigungsprozess ausmachen sollte: die Träume und Illusionen eines Neubeginns und die spätere Ernüchterung, die sich hier im Beitritt der Ost-Kollegen ins erprobte West- Modell der taz manifestiert. Die Dokumentation ist ein spannendes Stück Pressegeschichte, als Zeitungen noch mit Schreibmaschine, Papier und Schere gemacht wurden, aber noch nicht um ihre Relevanz fürchten mussten.

Mi
03.06.
19:00
in Anwesenheit von Annekatrin Hendel
Tickets

Vergangene Zukunft – Zwei Jahrzehnte Annekatrin-Hendel-Filme

Eine Retrospektive mit vielen Gästen, kuratiert von Nina Teubner

30. Mai – 11. Juni

Vaterlandsverräter

Vom 30. Mai bis 11. Juni 2026 präsentiert das Lichtblick-Kino eine Retrospektive des filmischen Schaffens von Annekatrin Hendel und ihrer Produktionsfirma IT WORKS! Medien und lädt dazu ein, zwei Jahrzehnte eines außergewöhnlichen dokumentarischen Werks neu zu entdecken.

Seit über zwanzig Jahren prägt die Produzentin und Regisseurin Annekatrin Hendel die deutsche Dokumentarfilmlandschaft maßgeblich – mit bildgewaltigen, präzisen und zutiefst menschlichen Kino-Dokumentarfilmen, entstanden aus einer solidarischen Filmfamilie heraus.

Die Filme erzählen von gesellschaftlichen Umbrüchen, Arbeitswelten sowie von Künstlerinnen und Künstlern – intime Porträts und präzise Zeitdiagnosen. Ein besonderer Fokus liegt auf Hendels eigener Regiearbeit, darunter die Verrats-Trilogie (Vaterlandsverräter, Anderson, Familie Brasch), ergänzt durch Arbeiten enger Weggefährt*innen.

Zahlreiche Gespräche mit Filmschaffenden und Protagonist*innen vertiefen die Filme und eröffnen Einblicke in ihre Entstehung und die verhandelten Themen.

 

Fr 24.04.

keine Vorstellung
Mai

Fr 01.05.

keine Vorstellung
Ausblick:
Juni