Das Programmkino im Prenzlauer Berg.

Kastanienallee 77, Tel. 030 - 44 05 81 79

Termine + Tickets

Filmreihe

Vergangene Zukunft – Zwei Jahrzehnte Annekatrin-Hendel-Filme

Schönheit & Vergänglichkeit
+ Mit Fantasie gegen den Mangel

Samstag, 6. Juni, 20:00 Uhr

in Anwesenheit von Annekatrin Hendel

Dokumentarfilm

Schönheit & Vergänglichkeit

D2019, 79 min, Regie: Annekatrin Hendel, mit Sven Marquardt, Dominique „Dome“ Hollenstein, Robert Paris

Schönheit & Vergänglichkeit
© IT WORKS! Medien

Als junger Fotograf porträtierte Sven Marquardt unübertroffen die Ostberliner Prenzlauer-Berg-Bohemè in gotischem schwarz/weiß. Nach dem Mauerfall legt er ein paar Jahre die Kamera bei Seite und taucht ins Nachtleben ab. Sein Charisma und die Arbeit an der Tür des Berghain, das in der internationalen Clubszene Kult-Status erlangt, machen ihn weltberühmt. Aber auch die Fotografie lässt ihn nicht los. Mit seinen Ausstellungen, Publikationen und Auftragsarbeiten erlangt er nun ebenfalls Weltruhm. Nacht, Rausch, Exzess und Dunkelheit strahlen seine Werke aus, obwohl sie bei Tageslicht entstehen. Die Porträts seiner DJs, Musiker, Türsteherkollegen sind erotisch, lässig, schmutzig und existenziell.
Neben Sven Marquardt begegnet Regisseurin Annekatrin Hendel in ihrem wieder sehr persönlichen Film, auch zwei seiner Modelle und Weggefährten aus der Ostberliner Punk-Zeit: Dominique „Dome“ Hollenstein, der „Marilyn des New Wave“ und Robert Paris, ebenfalls Fotograf.
Der Film begegnet drei Freunden mit einer gemeinsamen Jugend im Osten, deren Werdegang geprägt ist von ihrem künstlerischen Blick auf die Welt, von Radikalität und Offenheit. Sie lebten im Jetzt – und tun das noch immer. Sie sind sich über die Zeit in ihrem Anderssein treu geblieben – und auch der Film bleibt sich treu. Er ist auch die Liebeserklärung an eine im ständigen Wandel befindlichen Stadt. Ob es sich dabei um Robert Paris` legendäre Ostberlin-Ansichten handelt oder um den Charme eines der letzten unsanierten Hinterhäuser, das Dome, wie eine märchenhaften Puppenstube, heute noch bewohnt.

»Schönheit & Vergänglichkeit« erzählt nicht nur die Geschichte von der unbedingten Sehnsucht nach Individualität und Rebellion, sondern auch vom Älterwerden, von Freundschaft und Liebe. Und was Veränderung bedeuten kann, welche Chancen und Kräfte, nach einem anfänglichen spürbaren Verlust der eigenen Identität, freigesetzt werden können.

Uraufführung zur 69. Berlinale 2019, Berlinale Panorama
Heiner-Carow-Preis der 69. Berlinale für Annekatrin Hendel
Weltpremiere bei Hot Docs – International Documentary Filmfestival

Dokumentarfilm mit Animation

Mit Fantasie gegen den Mangel

D 2008, 45 min, Buch & Regie Holly Tischman & Sabine Michel Animation: Leif Heanzo, Kamera: Uwe Mann, Ton: Alex Heinze, Produktion: Annekatrin Hendel

Nicht nur das Wetter war manchmal gut in der DDR. Sondern auch, jawohl! Die verplante Planwirtschaft hatte einen Partykeller! Und zwar ganz und gar jenseits von Tristesse und Mangel. Es waren die eigentlichen Erfinder der Ich-AGs. Junge Menschen, die aus dem Lebensgefühl des Prenzlauer Bergs im Berlin der 80er Jahre heraus neben der Gesellschaft lebten und manchmal an einem Tag mehr Geld verdienten als ihre Eltern in einem Monat zusammen. In besetzten Wohnungen oder der eigenen Küche, einzeln oder gemeinsam, entstanden in Kleinst-Manufakturen T-Shirts, Hosen, Schmuck und Jacken, die auf Märkten oder über Mundpropaganda verkauft wurden. Eine ganze Generation Teenies wäre ohne diese Einzelinitiativen auf die untragbare „Jugendmode“ der DDR zurückgeworfen gewesen.
In großem Stil wurde der Kleidungsstil des Westens imitiert und ein Markt bedient, der offiziell gar nicht existierte. Die beiden Autorinnen haben die Alltagshelden von damals noch einmal eingeladen. Wie die Ideen entstanden sind und mit welchen Engpässen und Schwierigkeiten auch die lebenslustigen Kleinunternehmer zu kämpfen hatten, davon erzählt dieser Film. Mit Geschichten von Schmuggel und Schmu, Ersatzfamilien, tollen Autos, wildem Leben, Liebe, Freundschaften fürs Leben, praller Lebenslust und Säcken voller Geld – mitten in der DDR. Leif Heanzos Animationsszenen lassen die Erinnerungen der Protagonisten lebendig werden, dort, wo Archivmaterial fehlt.

Sa
06.06.
20:00
in Anwesenheit von Annekatrin Hendel
Tickets

Vergangene Zukunft – Zwei Jahrzehnte Annekatrin-Hendel-Filme

Eine Retrospektive mit vielen Gästen, kuratiert von Nina Teubner

30. Mai – 11. Juni

Vaterlandsverräter

Vom 30. Mai bis 11. Juni 2026 präsentiert das Lichtblick-Kino eine Retrospektive des filmischen Schaffens von Annekatrin Hendel und ihrer Produktionsfirma IT WORKS! Medien und lädt dazu ein, zwei Jahrzehnte eines außergewöhnlichen dokumentarischen Werks neu zu entdecken.

Seit über zwanzig Jahren prägt die Produzentin und Regisseurin Annekatrin Hendel die deutsche Dokumentarfilmlandschaft maßgeblich – mit bildgewaltigen, präzisen und zutiefst menschlichen Kino-Dokumentarfilmen, entstanden aus einer solidarischen Filmfamilie heraus.

Die Filme erzählen von gesellschaftlichen Umbrüchen, Arbeitswelten sowie von Künstlerinnen und Künstlern – intime Porträts und präzise Zeitdiagnosen. Ein besonderer Fokus liegt auf Hendels eigener Regiearbeit, darunter die Verrats-Trilogie (Vaterlandsverräter, Anderson, Familie Brasch), ergänzt durch Arbeiten enger Weggefährt*innen.

Zahlreiche Gespräche mit Filmschaffenden und Protagonist*innen vertiefen die Filme und eröffnen Einblicke in ihre Entstehung und die verhandelten Themen.

 

Fr 24.04.

keine Vorstellung
Mai

Fr 01.05.

keine Vorstellung
Ausblick:
Juni